Psychosynthese? Nie gehört!

– Wie kann der Praktiker in kürzester Zeit eine „Psychologie mit Seele“ erklären?

Dr. Kristina Brode, Psychoonkologin

Wenn ich mich im Erstkontakt meinen Patientinnen im Krankenhaus vorstelle, nenne ich als die Methode meines Vorgehens die Psychosynthese. Sehr schnell kommt dann bei den meisten der Frauen die Frage: “Psychosynthese? Was ist denn das? Habe ich noch nie gehört.“ Wir haben beide zu diesem Zeitpunkt nicht unendlich viel Zeit für tiefgehende Erklärungen. Gleichzeitig ist es mir wichtig, gerade zu jenem Zeitpunkt am Tag vor der Operation Sicherheit zu vermitteln. Die Menschen müssen auch da wissen, worauf sie sich einlassen. Also versuche ich in wenigen Sätzen eine erste Vorstellung dieses so komplexen Gebäudes, des Ursprungs der Transpersonalen Psychologie, zu geben.

„Stellen Sie sich die Psychosynthese als Gegensatz zur Psychoanalyse vor (davon haben die meisten schon gehört): Sie schauen nicht in erster Linie zurück, wo komme ich her, was ist alles schiefgelaufen, was hat man mir angetan, warum bin ich so wie ich bin, oder gar: was habe ich falsch gemacht, dass ich jetzt auch noch so krank bin – sondern sie schauen nach vorn.

Jetzt ist es wichtig, dass Sie sich fragen: Wofür möchte ich weiterleben? Wo möchte ich hin? Was ist mir wichtig in meinem Leben, wofür lohnt es sich?

Und werden wir herausfinden: Woher hole ich die Kraft dazu? Was habe ich schon alles geschafft und was kann ich noch alles in mir entdecken? Welche Potenziale schlummern noch? Was liegt da an unerkannten, ungenutzten Schätzen noch in mir? Wie komme ich an meine Selbstheilungskräfte? Und genau das werden wir hier mit Psychosynthese erkunden.“

Speziell diese kurze Erinnerungsarbeit zeigte sofort Wirkung bei den Krebspatientinnen:“ Ja, ich habe schon ganz andere Dinge geschafft.“ Mut und Hoffnung konnten wieder aufscheinen.

Zusammenfassend in Stichworten

Psychosynthese

  • verbindet mit der Intuition und eigenen inneren Stimme
  • befreit Potenziale
  • versöhnt innere Widersprüche
  • hilft zukunftsorientiert nach vorn zu gehen
  • schaut nur zurück um Schätze einzusammeln
  • sucht nicht länger Schuldige suchen,
  • lässt Verantwortung (für das eigene Leben) übernehmen

gibt also Entwicklungshilfe für ein erfülltes Leben und Selbstliebe